Kopf

Sprachhelfer im Einsatz

Paul Bleyer im städtischen Kindergarten „Regenbogen“ in Ergste

Welch ein Gewinn für alle Beteiligten ein Ehrenamt sein kann, zeigt besonders eindrucksvoll das Beispiel von Herrn Paul Bleyer, der seit 2008 als ehrenamtlicher Sprachhelfer im Familienzentrum Ergste Kita  „Regenbogen“ im Einsatz ist. Für den ehemaligen Sonderschullehrer war die Möglichkeit, nach seinem Eintritt in den Ruhestand ehrenamtlich als Sprachhelfer tätig sein zu können, sehr willkommen. Wie er erzählt, fehlten ihm einfach die Kinder. Er hatte als Lehrer für Lernbehinderte bzw. Sprachbehinderte an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung"  seinen Beruf geliebt und sehr an seinen Schülern und Schülerinnen gehangen.

 

Keine Frage, dass für den integrativen Kindergarten in Ergste, in dem nichtbehinderte und behinderte Kinder gemeinsam betreut werden, diese Unterstützung besonders wertvoll ist. Anders als in vielen anderen Kindertagsstätten spielt hier der Migrationshintergrund von Kindern aufgrund der Klientel eine eher untergeordnete Rolle, sondern es stehen die spezifischen Anforderungen der integrativen Pädagogik  im Vordergrund. So kommt der reiche Erfahrungsschatz, den Herr Bleyer sich als Pädagoge für Lern- bzw. Sprachbehinderte in seinem Berufsleben erworben hat, hier voll zum Einsatz.

 

Mit kleinen und auch behinderten Kindern zu arbeiten ist für Herrn Bleyer eine besondere Freude. Er liebt ihre Emotionalität und die echten Gefühle die sie zeigen. Andererseits ist er hoch beeindruckt vom Verhalten der von unter Drei- bis Sechsjährigen, wie achtsam sie miteinander umgehen, wie sie lernen sich auseinanderzusetzen und dabei ihren Willen und ihre Gefühle  zum Ausdruck zu bringen und sich dabei gegenseitig zu respektieren. So mancher Erwachsene könne sich hier ein Beispiel nehmen.

 

Sehr positiv empfindet Herr Bleyer auch das angenehme Betriebsklima im Kindergarten und den guten Kontakt zu den Erzieherinnen. Er schätzt die qualifizierte Arbeit, die sie mit den Kindern leisten überaus. Alles in allem empfindet er sein Ehrenamt als Sprachhelfer für sich als eine echte persönliche Bereicherung. Was man nachempfinden kann - allein schon wegen der Freude und der Zuneigung, mit der sich die Kinder ihm zuwenden.

 

Im Kindergarten ist Herr Bleyer regelmäßig einmal in der Woche, immer montags vom  Eintreffen der Kinder an bis zur Mittagszeit. In gemischten Gruppen, in die verhaltensauffällige oder sprachlich auffällige Kinder integriert sind, wird hier gemeinsam gespielt und gelernt. Dabei beobachtet Herr Bleyer die Kinder stets aufmerksam, achtet auf deren Aussprache, Motorik und Sozialverhalten und gibt Unterstützung, wenn Auffälligkeiten auftreten.  Eine  gezielte Förderung geschieht immer  - für die Kinder verdeckt -  in der Gruppe und nicht als Einzeltherapie. Im Bedarfsfall berät Herr  Bleyer auf Wunsch auch die Eltern, vor allem wenn ihm eine weitergehende therapeutische Unterstützung angebracht erscheint. 
Ein festes Programm im Umgang mit den Kindern gibt es bei  Herrn  Bleyer nicht. Er richtet sich danach, was die Kinder gerade tun möchten – sei es Turnen oder Toben auf der Matte, verschiedene Spiele auf pädagogischer Basis oder Vorlesen und Erzählen.